Zeitgeist (oder nicht?)

In Anlehnung an einen Film (Zeitgeist), den ich mir gestern angesehen habe, möchte ich nun ein paar allgemeine Gedanken bloggen. Diese sind natürlich einerseits auf den Film gestützt, andererseits sollen sie aber auch meine eigen Meinung zum Vorschein bringen.

Was folgt, soll keine Inhaltszusammenfassung sein, da dieser Versuch ein jämmerlicher in Zeiten von wikipedia und amazon wäre, vielmehr möchte ich ein paar Stichwort näher ausführen, die mir diesbezüglich zu Denken gegeben haben, wobei es sich natürlich nicht vermieden lässt, auf das filmische Handeln einzugehen.


Meine ersten Ausführungen werden das Thema „Religion“ berühren:

Egal, ob man nun glauben mag oder nicht. Das folgende Prinzip sollte dennoch eingehalten werden. Bevor ich mich über irgendeine Religion aufrege, sollte ich mich damit erst einmal beschäftigen. Die Grundzüge des Christentums, des Islams, des Judentums und meinetwegen auch noch des Hinduismus/Buddhismus sollten bekannt sein, wenn ich mich über so brisante Themen auslasse. Ob der Buddhismus eine „wirkliche“ Religion ist, kann ja jetzt auch einmal dahingestellt bleiben. Vielmehr möchte ich sagen, dass man erst das Fundament haben muss, um darauf etwas aufzubauen, in diesem Fall Kritik oder eine allgemeine Diskussion.

Erst dann bin ich auch fähig dazu, die komplexen Ideen, die in solchen Filmen behandelt werden, zu verstehen. Klar macht eine anschauliche Untermalung mittels Bildern oder Sprache einiges aus, aber ein blindes Zusehen/Zuhören ist nicht die Intention solcher Filme. Wer das nicht begreift, dem fehlt es schon wieder an einem gewissen Maß von Intelligenz. Nein – nicht Bildung. Da ist es wirklich Intelligenz. Mag ja sein, dass ich diese beiden Begriffe oft gleichsetze, ich unterscheide hier aber wirklich strikt. Religöse Stammtischparolen braucht kein Mensch. Ein unsinniges Nachreden ist auch nicht gewollt. Ich denke nicht, dass der Produzent gewollt hätte, man solle seine Behauptungen alle für bare Münze nehmen, ein kritisches Nachdenken sollte gerade im Bereich der Religion erfolgen. Aber vermutlich verlange ich zu viel, wenn ich die Grundfunktionen der großen Religionen für unabdingbar halte, wenn man in einer doch, so zumindest wird immer behauptet, „gebildeten Land“ lebt.


Weiter wird der 11. September 2001 angesprochen:

Eigentlich ein ausgelutschtes Thema. Jeder glaubt, Osama bin Laden und seine Truppen waren verantwortlich für den Terroranschlag. Dieser Mist, der von den Medien den Menschen indoktriniert wird, ist kaum auszuhalten. Mag ja sein, dass die Al-Kaida Truppen und weitere Terrororganisationen ihre Finger irgendwie mit im Spiel gehabt haben. Doch ohne stichhaltige Beweise wurde gleich auf den Nächstbesten losgeschossen. Natürlich waren die Truppen bin Ladens ein gefundenes Fressen für die gierigen Reporter, die nach Sensationen lechzen und eine möglichst hohe Auflage erzielen wollen. Das Rätsel, wer wirklich hinter den Anschlägen steckte, wird vermutlich erst auftauchen, wenn man das Weiße Haus einmal gründlich durchsuchen würde. Aber vermutlich sind die dort auch so schlau und haben die wichtigen Papiere schon längst an irgendwelche findigen Klatschrepoter verkauft, die die Genehmigung haben in 20 Jahren alles zu veröffentlichen (natürlich wurden Unsummen dafür ausgegeben, die Herren Senatoren möchten ja auch ein angenehmes Leben führen ).


Mein persönlicher Lieblingsteil war der dritte:

Ich überschreibe es mal kurz mit dem Begriff(en) „Das Zusammenspiel der Mächte“.

Wenn ich jetzt sage, Vier-Mächte-Abkommen ist der Aufschrei wieder groß, weil man so etwas ja nicht wissen muss, also lasse ich jetzt einmal den Vergleich und schreibe primitiv ein bisschen drumherum. Nehmen wir aus der Gulaschsuppe der Welt doch einfach mal die vier folgenden Stückchen heraus: Die Banken, die Politik (Parlamente usw.), die BigPlayer (große Unternehmen) und das Rüstungswesen. Klar könnte man jetzt das Militär der Politik zurechnen, will ich aber nicht, da man ja aus der Vergangenheit lernen kann (Achtung, ja – wir haben alle im Geschichtsunterricht aufgepasst und wir wissen, dass das Militär auch ab und zu geputscht hat...jawohl), dass die beiden Institutionen nicht so ganz zusammen gehören, wie man vielleicht im ersten Augenblick vermuten mag.

Um nun zurückzukehren, zu dem, was ich jetzt eigentlich sagen wollte: Wir haben nun dieser vier kleinen Fleischstücke. Diese stehen natürlich zueinander in einem wunderbaren Verhältnis, wenn die entsprechenden Mittel fließen. Mit Mittel meine ich natürlich Geld, what else? Der Rest lässt sich ja dann kaufen (vergesst die blöden Werbesprüche à la … „unbezahlbar“, ein Blick in diverse Krankenstatistiken werden auch hier eine gewaltige Kluft aufzeigen – auch darüber werde ich demnächst bloggen).

Dass ein Krieg natürlich für alle vier Parteien enorme Gewinne erwarten lässt, das war schon immer klar. Nochmals zurück zur Geschichte, hallo Deutschland, wir befinden uns im Jahr 1939. Das System anerkannt, die Wirtschaft „blüht“ (zumindest nach außen), die großen Unternehmen haben Zuwächse von ungeahntem Ausmaß und die Rüstungsindustrie erfreut sich an neuen Spielzeugen. Marschieren wir auf dem Zeitstrahl wieder in Richtung Gegenwart bzw. zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Es ist schon lange nichts mehr passiert, der Kalte Krieg ist seit mehr als zehn Jahren endgültig vorbei, es gibt keinen Feind, die bzw. der Welt ist langweilig. Natürlich ist ein Krieg da immer eine gute Lösung. Die vier Obersten treffen sich, feilschen ein bisschen und schon wird man allen Partei gerecht. Allen Parteien? Nein, ein klein wenig Menschheit leistet nach wie vor den Oberen heftigen Widerstand. Doch nach und nach verschwinden diese Personen und landen – ja wo landen sie? Entweder an der großen Tafel der Oberen (das ist natürlich für alle die beste Lösung) oder sie landen ganz unten in der Gosse und werden dort eines schönen Tages aufgefunden und es wird getitelt: Widerstandskämpfer ein Junkie.

Dass das natürlich alles inszeniert ist, das muss ich wohl nicht extra erwähnen.



Grundlegend zeigt sich also nach dieser Betrachtung auch wieder folgendes Prinzip:

Wie schon oft erwähnt, der Mensch ist so dumm. Hauptsache seine kleine Polly-Pocket Traumwelt ist heil. „Selbstständiges Denken ist völlig überbewertet, lassen wir das doch die anderen machen“, so die landläufige Meinung. Oder es erfolgen Kommentare, man sei sentimental, wenn man solche Themen anschneidet. Das hast rein gar nichts mit Sentimentalität zu tun, vielmehr ist es das, was man spätestens ab dem 17. Jahrhundert von den Menschen erwarten kann. Wir sind alle aufgeklärt und sollten unseren eigenen Verstand auch manchmal benutzen, wenn wir schon einen haben. Ich möchte hier einen meiner Lieblingsphilosophen zitieren, nämlich Schopenhauer: „Das, was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist sein Verstand.“

In letzter Zeit zweifel ich allerdings manchmal und würde viele „Menschen“ eher der Gattung „Tier“ zurechnen, da der Verstand bei diesen entweder vollkommen erloschen ist oder man sich nicht mehr die Mühe macht, diesen, wenn noch vorhanden, zu benutzen.

Auch hier gäbe es wieder so viel zu schreiben, ich könnte wieder Bücher schreiben. Doch wahrscheinlich würden alle Religionsanhänger, Terroristen und Politiker, Finanzbosse usw. Sturm laufen, denn die Wahrheit ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Die Wahrheit gehört in die unterste Schublade, abgeschlossen und der Schlüssel wird an den Meistbietenden verkauft. Natürlich unter der Prämisse, die Informationen nur spärlich herauszugeben und das am besten erst, wenn alle reichlich ihre Schöpflöffel aus der Suppe genommen haben. Nein, keine Gulaschsuppe – eine Suppe nach dem Geschmack der Oberen. Fettig und triefend – den stinkenden Geruch des Geldes schon von Weiten vernehmend. Aber heißt es nicht eigentlich „pecunia non olet“?

Genau, so wird es sein... Geld stinkt nicht, daher - zurücklehnen und genießen. Verlassen wir uns auf die anderen, es wird schon alles werden. (Attention please, sarcasm!)

30.8.10 01:01

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sophie (31.8.10 12:18)
Lieber Dom.,

deine Gedanken zum Film ZEITGEIST kann ich gut nachvollziehen. Genau diese Dinge beunruhigen mich auch: -das Verhältnis von Staat und MIlitär; -die Medien und ihr Verhältnis zur Realität; -das Geld, ob es stinkt, oder nicht; -die Religion, und ob noch was davon übrig ist; -die Philosophie und die Wahrheit, und ob das was miteinander zu tun hat; -die Mächte und die Ohnmacht, die man spürt.

Kritik: Drogen sind keine Waffen, d.h. Junkies sind auch keine Helden! Drogen sind nur ein chemisches Hilfsmittel, um manchmal, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, den Kopf frei zu kriegen. Iss aber gefährlich!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen